24.06.2026 Klimt News

Das Porträt Gertrud Loew – Auktion

Gustav Klimt: Porträt Gertrud Loew, 1902, Privatsammlung
© Sotheby's

Gustav Klimts Porträt Gertrud Loew (1902) gelangte am 24. Juni 2026 bei Sotheby’s in London zur Auktion – genau elf Jahre nach seiner erstmaligen Versteigerung.
Nachdem das Bildnis 2015 noch 24,8 Millionen Pfund erzielt hatte, wurde dieser Betrag 2026 um über 10 Millionen übertroffen: 36,2 Millionen Pfund (rund 42 Millionen Euro) brachte der:die Käufer:in für das Bildnis der damals 19-jährigen Gertrud Loew-Felsövanyi auf.

1902 von der Familie der Dargestellten bei Klimt in Auftrag gegeben, gilt das Gemälde als bedeutendes Stück innerhalb seines Œuvres und unterstreicht seine Popularität als Porträtist des großbürgerlichen Wiens um die Jahrhundertwende.
Dr. Anton Loew, Vater der Porträtierten, war Chefarzt des Wiener Sanatorium Dr. Anton Loew, Kunstmäzen und eng mit der Wiener Secession verbunden. Als wichtige und angesehene Figur der Wiener Gesellschaft überrascht der Auftrag bei dem damals gefragtesten Maler Wiens nicht. Das Gemälde zeigt auf eindrucksvolle Weise das Talent und die unverwechselbare ästhetische Handschrift Klimts, die sich um 1900 in einer fast monochromen Farbpalette äußerte und seine Bildnisse zu eleganten, atmosphärischen Darstellungen werden ließ.

In einem 2014 veröffentlichten und von einem unabhängigen Gremium geprüften Dossier zur Provenienzforschung des Bildnisses wurde erläutert, dass sich die näheren Umstände der Veräußerung des Gemäldes zwar nicht rekonstruieren ließen, es aber anzunehmen sei, dass das Bild noch während der NS-Zeit von Gustav Ucicky erworben worden war. Das Gremium kam zur Ansicht, dass das Bild zu restituieren wäre, womit das Restitutionsgesetz des Bundes zur Anwendung kam. Im Herbst 2014 erzielte die Klimt-Foundation als private Einrichtung entsprechend ihrer Stiftungssatzung mit Familie Felsöványi, freiwillig und ausgewogen, eine gerechte und faire Lösung im Sinne der Washington Principles vom 03.12.1998.

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