Über das Projekt

Idee und Umsetzung

Vor über fünf Jahren begab sich die Klimt-Foundation auf die Suche nach einer zeitgemäßen Darstellung von Gustav Klimts Werk und Biografie. Abseits von klassischen Publikationen sollte mit den Medien und Möglichkeiten von heute ein virtuelles Gedächtnis zum Schaffen, Wirken und Netzwerk des Ausnahmekünstlers entstehen – kostenfrei, barrierefrei und weltweit online zugänglich.

Ziel dieses ehrgeizigen wissenschaftlichen Unterfangens, das nun am 21. September 2022 in einem ersten großen Meilenstein gelauncht wird, war und ist es, Klimts Wirken in der Welt der Wiener Moderne mit all ihren Phänomenen, Errungenschaften und Persönlichkeiten – in der »Welt von gestern« an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert – ins digitale Zeitalter zu transportieren und zeitgemäß zu dokumentieren.

Das umfangreiche Datenarchiv mit einem zeitgemäßen User-Interface für Verzeichnisse zu Klimts Gemälden, Autografen und Fotografien richtet sich weltweit sowohl an die interessierte Öffentlichkeit als auch an Fachleute. Die Klimt-Database wird in den nächsten Jahren kontinuierlich erweitert und ist eine wichtige wissenschaftliche Online-Quelle für die Forschung und Recherche rund um Gustav Klimt und seine Zeit, insbesondere die Epoche »Wien 1900«.

Recherchematerialien und Intentionen

Grundlage für die Recherchearbeit und Datenstrukturierung bildeten bisher publizierte Klimt-Monografien (H.O. Miethke/H. Heller, E. Pirchan, F. Novotny/J. Dobai, A. Weidinger, T. Natter, A. Strobl, M. Bisanz-Prakken etc.) und bestehende Online-Künstlerverzeichnisse, ergänzt um Quellenmaterial aus den Bereichen Fotografie oder Autografen (W. Fischer, H-J. Krug, A. Husslein etc.) sowie historische Kataloge und Zeitschriften aus den Beständen der Klimt-Foundation und ihrer Projektpartner:innen. Alle Publikationen wurden einer kritischen Sichtung unterzogen, wodurch in einigen Fällen Unstimmigkeiten revidiert und neue Erkenntnisse und Zuschreibungen getroffen werden konnten. Ergänzend boten besonders Rechercheplattformen wie ANNO (Österreichische Nationalbibliothek) oder der Online-Bibliothekskatalog HEIDI (Universität Heidelberg) sowie digital aufrufbare Meldezettel, Tauf- und Sterbebücher weitere fundierte und für die Klimt-Datenbank essentielle Inhalte. Besonders wichtig war es, mit der Klimt-Database ein digitales Tool anzubieten, in dem die bisher isoliert publizierten Werkbereiche der Gemälde, Autografen, Fotografien oder Zeichnungen in ihrer Gesamtheit komplex digital miteinander vernetzt und betrachtet werden können.

Bisweilen haben in den vergangenen fünf Jahren rund 12 Mitarbeiterinnen – Historikerinnen und Kunsthistorikerinnen – an diesem zu 100% aus Eigenmitteln finanzierten Projekt mitgewirkt und unterschiedliche Bereichsschwerpunkte bei der Datenerfassung und Recherche bearbeitet. Es galt und gilt dabei den höchsten Qualitätsanspruch zu erfüllen, weswegen alle Angaben mehrmaligen, kritischen Kontrolldurchläufen unterzogen worden sind. Grundlegend war darüber hinaus die direkte Verlinkung der eingepflegten Daten, sodass den User:innen die Vernetzungen des Weltkünstlers Klimt im »Wien 1900« eindeutig vor Augen geführt werden können.

Absolutes Alleinstellungsmerkmal sind die unterschiedlichen, miteinander verknüpften Inhalte der Gustav Klimt-Datenbank. Diese Plattform ist daher das erste Online-Portal, das anhand von Texten und ausgewähltem Bildmaterial, neben dem künstlerischen Œuvre des Jugendstilmalers, auch sein privates und öffentliches Leben im gesellschaftspolitischen Netzwerk dieser dynamischen Zeit sichtbar macht. Überdies sind die digitalen Verzeichnisse zu Klimts Gemälden, seinen Fotografien sowie zu Autografen von, an und über den Meister integrativer Bestandteil der Database und bieten der Forschungsgemeinschaft und interessierten Öffentlichkeit durch die einfache und übersichtliche Handhabung Erleichterung in der Recherche.

Zugang 

Die Gustav Klimt-Datenbank ist für alle Interessierten zugänglich, der Bereich Forschung nach einer einmaligen, kostenlosen Registrierung benützbar. Sie kann sowohl über die gängigen Standardbrowser als auch über mobile Geräte abgerufen werden.

Die Bereiche

Die Datenbank besteht aktuell aus den Bereichen: Klimt Werk - Netzwerk Wien 1900 - Forschung
Darüber hinaus beinhaltet die Plattform auch eine detaillierte Biografie von Gustav Klimt. 

Klimt Werk

Dieser Bereich widmet sich sämtlichen Aspekten im künstlerischen Schaffen des Jugendstilmeisters. Bebilderte Texte beschreiben und veranschaulichen explizit Klimts Œuvre – beginnend bei seiner Ausbildung, über seine kongeniale Zusammenarbeit mit Franz Matsch und seinem Bruder Ernst in der »Künstler-Compagnie«, die Affäre um die Fakultätsbilder, seine honorigen Porträtaufträge, seine stimmungsvollen Landschaftsgemälde bis hin zu seinem Nachruhm und Mythos, der diesen Ausnahmekünstler noch heute umgibt.

Klimt Werk kann sowohl über die Timeline- als auch eine Indexansicht benützt werden. 

Netzwerk Wien 1900

Diese Bereich ist in die Kategorien Familie & Umfeld, Kollegenschaft, Förderer:innen, Persönlichkeiten, Orte und Wirkungsstätten gegliedert. Aktuell werden über 350 Persönlichkeiten, die sowohl Klimts privates als auch berufliches und künstlerisches Umfeld prägten sowie impulsgebende und inspirierende Orte ausführlich beschrieben und dokumentiert. Zusätzlich bietet dieser Bereich Informationen über Klimts Reisen und jene Wirkungsstätten, die als Wiege des »Wien 1900« gelten. Ergänzend sind hier auch detaillierte Stammbäume zu den wichtigsten Persönlichkeiten abrufbar, die Klimts Netzwerk zusätzlich verdeutlichen.

Netzwerk Wien 1900 kann sowohl über die Editorial- als auch eine Indexansicht benützt werden. 

Forschung

Dieser Bereich ist ein wissenschaftliches Recherchetool, in dem die Bestände der gemeinnützigen Klimt-Foundation und ihrer aktuell rund 80 Projektpartner:innen aufbereitet sind. Mit Hilfe einer globalen Suche können User:innen Anfragen stellen. Über breitgefächerte Filtermöglichkeiten werden der Detaillierungsgrad erhöht bzw. die Suchergebnisse eingeschränkt. 

Ein besonderes Feature in allen Forschungsbereichen ist die gegenseitige Verknüpfung einzelner Datensätze, die die vielschichtigen Zusammenhänge und Verbindungen verdeutlicht und dadurch der Klimt-Forschung neue, beachtenswerte Aspekte präsentiert. 
Zudem werden den User:innen auch downloadbare Datenblätter zur Verfügung gestellt. 

Suchhilfe

Im Bereich Forschung ermöglicht das Suchfeld die Inhalte aller Datenfelder der Datensätze – Autografen, Fotografien und Werke – gleichzeitig zu durchsuchen. Bei Eingabe eines Begriffs bietet die Autovervollständigung relevante Suchvorschläge an. In dieser Volltextsuche wird bei Eingabe mehrerer Begriffe hintereinander der Operator »und« aktiv. Das Suchergebnis liefert jene Datensätze, in denen alle eingegebenen Begriffe vorkommen, egal an welcher Stelle sie im Datensatz stehen. Die Suchergebnisse können nach Relevanz oder nach Datierung (absteigend, aufsteigend) sortiert werden. Der Filter Datierung bietet zudem die Option, die Ergebnisse zeitlich nach und/oder vor einem Zeitpunkt in dem Format JJJJMMTT (Jahr Monat Tag) einzuschränken. Durch weitere Filter können die Ergebnisse u.a. nach Typ, Thema, Motiv, Ort, Serie, Ersteller:in/Künstler:in, Eigentümer:in sowie variablen Subfiltern eingegrenzt werden. Die jeweilige Trefferanzahl der Ergebnisse wird neben den Filtern angezeigt.

Verzeichnis der Gemälde

Das rund 285 Objekte umfassende Verzeichnis führt, den Prinzipien eines Catalogue raisonné folgend, grundlegende Informationen, wie u. a. Datierung, Technik, Bestandsinhaber:in und Angaben der Konkordanzen inkl. Abbildungsmaterial zum jeweiligen Werk an. Außerdem ist eine Ausstellungshistorie verankert, die die Präsentation von Klimts Gemälden im In- und Ausland dokumentiert. Auch Informationen zu einschlägiger Literatur sind angeführt.

Bei den Gemälden der Klimt-Foundation sind sowohl die Provenienzangaben als auch Dossiers zum Download eingebetet. Eine Erweiterung dieser Inhalte bei den Gemälden anderer Institutionen folgt nach deren Freigabe sukzessive. 

Verzeichnis der Fotografien

Ergänzend zur Ausstellungsdokumentation bei den Gemälden werden in diesem aktuell rund 450 Objekte umfassenden Bereich Fotografien gelistet, die Kunstwerke von Gustav Klimt zeigen, die im Rahmen von seiner Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland – zu seinen Lebzeiten und darüber hinaus – entstanden sind. Außerdem sind hier Aufnahmen von Klimt und wichtigen Wegbegleiter:innen aufbereitet, die ihn u. a. in seinem privaten Umfeld, auf seinen Reisen oder im Rahmen seiner Ausflüge dokumentieren. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die professionellen Porträtaufnahmen etwa von Carl Schuster, Moriz Nähr, Anton Josef »Antios« Trčka oder auch jene aus dem berühmten Atelier Madame d’Ora.

Verzeichnis der Autografen 

Dieser Bereich umfasst aktuell über 791 Korrespondenzen von, an und über Klimt. So lässt sich hier etwa über seine Sommerfrische-Aufenthalte recherchieren, als auch seine Faszination für die Welt der Pflanzen nachvollziehen oder aber Klimt als Poet erfahren. Darüber hinaus sind hier auch jene Korrespondenzen eingepflegt, die die Genese der Auftragsarbeiten aufrollen sowie Klimts sehr persönliche Autografen, die Einblicke in das Wesen und die innere Welt des Künstlers erlauben. Umfangreiche Transkriptionen inkl. Querverweise werden den User:innen zur Verfügung gestellt.

Ausblick und Ausbaustufen 

Neben der laufenden Aktualisierung und Ergänzungen sind in den nächsten Monaten und Jahren weitere Ausbaustufen geplant:

  • 2023: Umsetzung der englischen Sprachversion
  • 2023: Ausstellungsverzeichnis samt Bildmaterial im allgemeinen Forschungsbereich
  • 2023: Didaktisches Material zum Download
  • 2024: Werkkommentare sowie Provenienzangaben im Forschungsbereich Gemälde

Anregungen 

Haben Sie weitere Informationen oder Korrektur- und Ergänzungsvorschläge zu den auf der Gustav Klimt-Datenbank zur Verfügung gestellten Informationen und Inhalten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme via: office@klimt-foundation.com