05.06.2026 Klimt News

Klimt in der Villa Manin – Die Nuda Veritas in Italien

Gustav Klimt: Nuda Veritas, 1899, Theatermuseum, Wien: View of the exhibition
© KHM-Museumsverband, Theatermuseum Wien

Die Villa Manin in Passariano, eine halbe Autostunde von Udine entfernt, beherbergt von 21. Mai bis 6. September 2026 Gustav Klimts Gemälde Nuda Veritas (1899). Die Leihgabe aus dem Theatermuseum Wien steht ganz im Zeichen des kulturellen internationalen Dialogs, den die Kooperation zwischen der Ente Regionale Patrimonio Culturale del Friuli Venezia Giulia (ERPAC FVG) mit MondoMostre und dem KHM-Museumsverband eröffnet.

Schauplatz ist die geschichtsträchtige Villa Manin, die unter anderem Residenz des letzten Dogen von Venedig sowie vorübergehendes Quartier Napoleon Bonapartes war, der hier mit Franz II. von Österreich den Frieden von Campo Formio schloss. Heute bietet die von einem 18 Hektar großen englischen Landschaftsgarten umgebene Villa Platz für Ausstellungen und Events.

Die Ausstellung „Nuda Veritas. Klimt – Un Capolavoro A Villa Manin“ inszeniert eine Schau rund um das gleichnamige Meisterwerk Klimts und erzählt von seinen Verbindungen nach Italien, der komplexen Bedeutung und den vielfältigen Lesarten der Nuda Veritas und dem Thema der Wahrhaftigkeit, auf die das hochformatige Werk Klimts mit seinen Symbolen verweist. Die Gegenüberstellung des Gemäldes mit den Fresken von Luis Dorigny, der die Villa mit einem Bildprogramm rund um Schönheit, Verlangen, Identität und Transformation ausstattete, schafft einen Link zwischen dem historischen Schauplatz, der Kunst des frühen 18. Jahrhunderts und der Wiener Moderne.

Klimt malte die Nuda Veritas 1899 als Reaktion auf das zunehmende Unverständnis, das ihm und seiner Kunst in der Öffentlichkeit entgegengebracht wurde. Präsentiert wurde der ganzfigurige weibliche Frauenakt erstmals in der IV. Secessionsausstellung im Jahr 1899. Im folgenden Jahr wurde es von Klimts Freund und Unterstützer Hermann Bahr erworben. Es handelt sich um einen Aufruf zur Wahrhaftigkeit in der Kunst in Form der Personifikation der „nackten Wahrheit“ als lebensgroße Aktfigur, die den Betrachtenden einen Spiegel vorhält. Unterstrichen wird die Botschaft durch ein Zitat Friedrich von Schillers:

„KANNST DU NICHT ALLEN GEFALLEN DURCH DEINE THAT UND DEIN KUNSTWERK = MACH ES WENIGEN RECHT. VIELEN GEFALLEN IST SCHLIMM.“

Heute gilt das Gemälde nicht nur als Verteidigung der künstlerischen Freiheit, sondern darüber hinaus als jenes Werk, mit dem Klimt der Kunst eine gesellschaftspolitisch bedeutende Rolle zuschrieb.

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